28.10.2017

Die 1:0-Könige spielen 0:0

Verbandsliga: Bad Soden holt Punkt in Johannesberg

Jochen Maikranz war trotz der Punkteteilung zufrieden.

Selten hat man nach einem Fußballspiel derart viele zufriedene Gesichter in beiden Lagern wie nach der Verbandsligapartie zwischen der SG Johannesberg und der SG Bad Soden gesehen. Vielleicht lag es daran, dass es weder einen Verlierer noch einen Sieger bei diesem torlosen Unentschieden gab.

Fußball-Experten hätten bei dieser Begegnung wohl noch ein für den Laien schwer zu erkennendes Rasenschach erkennen können, bei dem es galt, dem Gegner möglichst immer den gewissen Schritt voraus zu sein, damit dieser nicht in der Lage ist, das eigene Tor bedrohen zu können. Dies gelang beiden Lagern in vorzüglicher Manier, wobei Jochen Maikranz, anfangs der 1990er Jahre als Spieler einst in Diensten der Kurstädter, mittlerweile Cheftrainer von Aufsteiger und Verbandsliga-Tabellenführer Johannesberg, erkannt hatte, "dass wir dem Tor etwas näher waren als die Sodener. Unsere zwei, drei Chancen waren schon etwas besser, wenn auch nicht hochkarätig. Der Lucky Punch hat gefehlt."

Dass der direkte Verfolger aus Sand tags zuvor bei Lehnerz II mit 1:4 unter die Räder kam, interessierte den 46-Jährigen nach außen hin nur am Rande: "Darauf schauen wir gar nicht. Wichtig war, dass wir nach einigen schwächeren Begegnungen gegen einen starken Gegner mal wieder eine sehr gute Leistung gezeigt haben. Man muss bedenken, dass Bad Soden bislang in jedem Spiel mindestens ein Tor geschossen hat. Diesmal hatten sie eigentlich keine einzige echte Torchance." Sodens Coach Anton Römmich pflichtete Maikranz bei seiner Spielanalyse weitgehend bei: "Auch ich bin sehr zufrieden, da wir beim Tabellenführer einen Punkt mitgenommen haben. Die Abwehr hat sehr gut gestanden, obwohl wir sogar gegenüber den letzten Spielen die Deckung einen Ticken weiter nach vorn gezogen haben."

Da die jeweiligen Deckungsverbände den Angreifern nur wenig Entfaltungsmöglichkeiten gestatteten, spielte sich das Geschehen zum überwiegenden Teil im Mittelfeld ab. Die Sodener Angriffe wurden zumeist schon von der Johannesberger Doppelsechs, Kengni-Fotsing und Rexius, schon beim Spielaufbau abgefangen. Und kamen Di Maria, Fiorentino oder Ehlert einmal in die Nähe des gegnerischen Strafraums, war es im äußersten Notfall noch Abwehrchef Moise, der Mitja Hofacker die Arbeit abnahm. Dieser verlebte im Übrigen wie auf der Gegenseite Barranco Soldevilla einen äußerst geruhsamen Nachmittag.

Etwas Schwung ins behäbig laufende Joahannesberger Angriffsspiel brachte allerdings die Einwechslung von Routinier Alin Cotan. Der 35-Jährige verpasste in der 73. Minute die Führung, als er mit einer geschickten Körpertäuschung zwei Sodener ins Leere laufen ließ. Sein Schuss aus acht Metern ging aber rund 50 Zentimeter am linken Pfosten vorbei - die größte Chance der gesamten Partie. Zehn Minuten zuvor waren sich Rexius und Noori nicht einig, wer den Ball nehmen sollte, so dass der Schuss von Rexius kein Problem für Soldevilla darstellte. Und auch die Johannesberger Schlussoffensive verpuffte letztlich ohne durchschlagende Wirkung, sodass sich beide Teams am Ende eines laut Maikranz "guten, intensiv geführten Verbandsligaspiels" leistungsgerecht unentschieden trennten und die SGJ nicht, wie so häufig, 1:0 gewann. / rd

Die Statistik:

Johannesberg: Hofacker; Dechant, Moise, Reksius, Wiesner, Kengni Fotsing, Leucuta, Noori (83. Mwanza), Kretsch (70. Cotan), Balz, Vlk.
Bad Soden: Soldevilla; Demuth, T. Paulowitsch, Di Maria, Ehlert, Fiorentino, Bräuer, Neiter, Krapf (64. K. Paulowitsch), Burgstaller, Jordan.
Schiedsrichter: Philipp Metzger (Wolfhagen). Zuschauer: 150. Tore: Fehlanzeige.

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