20.10.2017

Mehler: "Wir wollen einen anderen Weg gehen"

KOL Mitte: Horas baut auf seine Jugendarbeit

Winfried Mehler fand wie gewohnt deutliche Worte. Foto: Ralph Kraus

Trotz einer ausgezeichneten Jugendarbeit kann der FV Horas im Seniorenbereich nicht die Früchte ernten, die im Nachwuchs gesät werden. Wir haben uns daher mit Winfried Mehler aus dem Führungsteam des Fuldaer Stadtteilvereins über die Zukunft des Kreisoberligisten unterhalten. Der 61-Jährige über...

… den Saisonstart:

Wir sind eigentlich optimistisch in die Saison gestartet, zumal es uns im Sommer gelungen ist, elf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs zu halten. Es ist aber so, dass fast alle diese Jungs im Sommer ihr Abitur gemacht haben und jetzt studieren geht, weshalb sie uns nicht regelmäßig zur Verfügung stehen. Das ist gerade für unseren Trainer Steffen Schäfer nicht leicht, weil er eigentlich keinen festen Kader hat, mit dem er arbeiten kann.

… das Saisonziel:

Es muss unser Ziel sein, schnellstmöglich aus dem Tabellenkeller herauszukommen und eine Platzierung im gesicherten Mittelfeld anzustreben. Das Potenzial ist im Team vorhanden, daher habe ich auch keine Angst, dass die Mannschaft im Abstiegskampf landet. Gegen den Tabellendritten Schlitzerland waren wir lange Zeit die bessere und dominantere Mannschaft, geben dann aber mit zwei Fehlern das Spiel aus der Hand. Ein Sieg war möglich, stattdessen standen wir mit leeren Händen da. Das ist äußerst unglücklich.

… die Jugendarbeit mit drei Teams in der Verbandsliga:

Finanziell können wir mit den Fuldaer Jugendfördervereinen nicht mithalten, daher legen wir großen Wert auf ein familiäres Umfeld und eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern, die bei jedem Heimspiel Dienste übernehmen. Bislang sind wir damit sehr gut gefahren, weshalb wir diesen Weg weitergehen werden. Dass wir dann noch Bonbons wie das Trainingslager der A- und B-Junioren in Rimini bieten können, was von den Spielern selbst und Gönnern getragen wird, rundet die ganze Sache natürlich ab. Dieser Zusammenhalt schweißt die Jungs zusammen, deshalb sind bei den A-Junioren im Sommer auch Spieler vom JFV Viktoria Fulda aus der Hessenliga zu uns zurückgekehrt, weil sie sich gerne an die Zeit bei uns erinnert haben. Das ist eigentlich das größte Kompliment für die Arbeit, die bei uns gemacht wird.

… die Verbandsliga auf Dauer im Nachwuchsbereich:

Das wird für uns sicherlich schwierig, dem sind wir uns bewusst. Bei den A- und B-Junioren läuft es klasse bislang, die C-Junioren spielen zwar tollen Fußball, sind aber größtenteils jüngerer Jahrgang und haben gerade körperlich gegenüber den anderen Mannschaft große Defizite. Dort wird das Unterfangen Klassenerhalt sicherlich keine leichte Aufgabe.

… die Tatsache, dass die Senioren-Mannschaft vom tollen Nachwuchs bislang kaum profitieren konnte:

Mittelfristig wollen wir mit unserem Kreisoberliga-Team natürlich gerne wieder erfolgreich sein, das ist unser Anspruch. Allerdings ist es so, dass es in der Gruppenliga fast nur noch um Geld geht. Da sagen wir ganz klar: Wachsen wir sportlich mit unserer Nachwuchsarbeit, spielen wir gerne Gruppenliga. Aber eben nicht dann, wenn wir finanzielle Kraftakte unternehmen müssen. Welcher Gruppenligist lebt denn von seiner Jugendarbeit? Da fällt mir Künzell ein. Aber zum Vergleich: Wie viele Spieler aus dem eigenen Nachwuchs spielen in Thalau oder Eichenzell? Da wollen wir einen anderen Weg gehen, dafür betreiben wir die Arbeit im Nachwuchs. Uns ist aber bewusst, dass es nahezu unmöglich ist, alle Spieler auf Dauer zu halten. Alexej Rexius, Friedrich Walt (beide SG Johannesberg), Daniel Kratz oder Abdullah Özsüvaci (beide Eichenzell) wurden beispielsweise bei uns ausgebildet, wollen jetzt aber höherklassig spielen und sich in Verbands- oder Gruppenliga beweisen. Das gehört dazu.

… die Umwandlung des Rasen- in einen Kunstrasenplatz in Horas:

Das ist für uns der einzig sinnvolle Weg und wir hoffen, dass wir bei der Stadt Fulda Gehör finden. Ende des vergangenen Jahres hatten wir 32 Begegnungen auf unserem Rasenplatz absolviert – und das im Winter. Bei mehr als 300 Jugendspielern sind unsere Möglichkeiten mehr als beschränkt, daher sind wir der Meinung, dass ein Kunstrasen die Lage etwas entspannen würde.

Autor: Max Lesser

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Beitrag wurde gemeldet

20.10.2017 - 21:25 - R. Wahl

Zum Kader der 1. Mannschaft des FSV Thalau gehören aktuell 10 Spieler, die dem eigenen Nachwuchs entspringen. Das zur Info für Herrn Winfried Mehler. Der FSV Thalau stellt aktuell drei Seniorenmannschaften, in der Gruppenliga, der Kreisliga Fulda Rhön und der C-Liga Rhön.

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion überprüft und nicht als Verstoß eingestuft.

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