Meine Torgranate Osthessen

10.08.2017

Rippert: "Bezeichnend dafür, wohin sich der Fußball entwickelt"

Marbachs Trainer kippt vor dem Topspiel Öl ins Feuer

Ingo Rippert (Bildmitte) legt den Finger in die Wunde.

Mit einer 1:2-Pleite beim Türkischen SV Fulda ist die SG Marbach in die Saison der A-Liga Fulda gestartet. Ausgerechnet am Sonntag (16 Uhr) kommt jetzt die neue SG Edelzell/Engelhelms zum Topspiel. Im Vorjahr hatte die damals noch eigenständige SG Edelzell den Marbachern am letzten Spieltag noch den zweiten Platz weggenommen. Wir haben vor der Begegnung mit Marbachs Trainer Ingo Rippert gesprochen.

Das erste Saisonspiel habt ihr mit 1:2 beim Türkischen SV verloren. Warum hat es bei euch nicht für etwas Zählbares gereicht?

Generell war es eine schwache Partie von uns, auch wenn es eigentlich ein typisches 0:0-Spiel war. Dann kriegen wir durch ein unglückliches Eigentor zwanzig Minuten vor Schluss das 0:1. Der Trend der Vorbereitung hat sich so ein bisschen fortgesetzt. Ich war nicht mit der Vorbereitung zufrieden, auch wenn es normal ist, dass bei einem A-Liga-Spieler Beruf, Hausbau und Hochzeit vorgeht. Wir sind aber noch lange nicht da, wo wir sein wollen. Sowohl spielerisch, als auch im Fitnessbereich. Dennoch werden wir nach einem Spiel noch nicht alles schlechtreden.

Ausgerechnet jetzt geht es aber gegen die SG Edelzell/Engelhelms, für viele Mannschaften der Topfavorit auf die Meisterschaft. Für dich auch?

Ich sehe das genauso. Generell verstehe ich diese Spielgemeinschaft nicht. Dass man aus zwei funktionierenden Mannschaften eine machen will. Man muss ja bedenken, dass Edelzell in der Vorsaison eigenständig Zweiter wurde und Engelhelms in derselben Liga nach schwachem Start noch Sechster. Dass beide Teams jetzt zusammengehen, ist bezeichnend dafür, wohin sich der Fußball entwickelt. Es ist schon ein hartes Brett, wenn Vereine wie Marbach oder Margretenhaun alles probieren, um eigenständig zu sein, und zwei andere Vereine es sich dann scheinbar einfach machen und zusammenzugehen. Aber da bin ich wahrscheinlich zu weit weg, um das beurteilen zu können.

Wie wollt ihr gegen diesen Top-Gegner bestehen?

Große Teile unseres Personals sind nicht da beziehungsweise nicht fit, das macht es natürlich schwierig. Wir brauchen in den nächsten Spielen vor allem mehr Laufbereitschaft und Fitness. Aber so etwas kommt nicht über Nacht, das ist nicht in einer Woche zu beheben. Wir müssen also sehen, die Kiste hinten zuzunageln und uns vorne mehr zutrauen.

Hast du Bedenken, nach zwei Spieltagen mit null Punkten dazustehen?

Das Szenario ist nicht unrealistisch. Es wäre keine Schande, das Spiel zu verlieren, wir machen uns aber sicherlich nicht in die Hosen. Vielleicht können wir uns ja am Gegner hochziehen. In der Vorsaison haben wir Edelzell schließlich auch beherrscht. Von vielen wurden wir ja als Favorit auf die ersten Plätze eingeschätzt, das sehe ich derzeit aber nicht so. Dafür haben wir zu viele Verletzte.

Was ist für Marbach stattdessen im Bereich des Möglichen?

Das hängt natürlich vom Personal ab. Derzeit fehlen uns zu viele Spieler langfristig, da müssen wir abwarten, wie sich die Lage in den nächsten Wochen entwickelt. Bei unserem kleinen Kader sind drei, vier Ausfälle schwierig zu kompensieren. Wenn Bayern München Lewandowski, Boateng, Hummels und Neuer fehlen, weiß man auch, was gegen Real Madrid dabei rauskommt. Wenn wir komplett sind, ist ein Platz unter den ersten drei sicherlich möglich, wenn nicht, bekommen wir damit Probleme.

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